Am 29. Juni 1997 verstarb der älteste Mollner
Maultrommelerzeuger, Herr Franz Bernögger. Die Ehre des Handwerks,
wie sie in den alten Zunftbüchern der "Maultumblmacher zu Molln" beschrieben
ist, hielt er hoch, geradlinig und unabrückbar ging er seine Weg,
und er war wohl ein Maultrommelmacher mit Leib und Seele. Bis ins hohe
Alter stellte er die „Trummln", wie er sie nannte, fast ausschließlich
mit der Hand her. Nur eine einfache Maschine besorgte die Fertigung des
Buges am Ende des Instruments . Maultrommelspieler von Nah und Fern besuchten
ihn immer wieder, um sich die „Handgemachte vom Bernögger" zu holen.
In den 80er Jahren legte er schließlich die Arbeit nieder und seinen
„Trommelstock", an dem er wohl Abertausende wenn nicht Millionen Instrumente
in seinem Leben fertigte, spaltete er mit der Hacke demonstrativ in zwei
Teile. Schnell waren seine letzten Reserven an Instrumenten vergriffen,
nur mehr seine Gesellenstücke und einige Exemplare bewahrte er sich
als Erinnerung auf. Stets hatte er interessante Geschichten aus seinem
Handwerksleben auf Lager. „Mit'n Achtstundentag, do war früher nix
ganga", meinte er oft und erzählte über den langen oft 14stündigen
Arbeitstag. Mit einem Schmunzeln schilderte er den geheimnisvollen Vorgang
des Härtens der Stahlfedern über dem Kohlenfeuer, der den Klang
und die Qualität der Maultrommel wesentlich entscheidet. Ein Besuch
in seiner Stube war niemals langweilig, und Gäste waren immer willkommen.
Mit den Maultrommelspielern aus aller Welt hätte er sicher seine Freude
gehabt.